Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

FNR-Pressemitteilung

 

ForestValue: Forst-Forschung von Assistenzsystem bis Züchtung

BMEL unterstützt zwölf transnationale Projekte der Forst- und Holzwirtschaft

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stellt im Rahmen der Förderinitiative ERA-Net Co-fund ForestValue über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) 4,0 Millionen Euro für zwölf Forschungsprojekte der Forst- und Holzwirtschaft mit deutscher Beteiligung bereit.  0,4 Millionen Euro steuert die EU aus dem Förderprogramm Horizont 2020 bei.

Inhaltlich richtet sich die bis 2022 geförderte Forschung auf Aspekte der kompletten Wertschöpfungskette Wald und Holz. Neben Technologien zur vegetativen Vermehrung leistungsfähiger und widerstandsfähiger Koniferen-Arten (Projekt MULTIFOREVER) geht es den Forschungsverbünden beispielsweise um die Entwicklung eines digitalen Assistenz-, Coaching- und Feedbacksystems für Forstmaschinenführer (AVATAR), das deren Ausbildung effizienter gestaltet und ihre mentale Belastung verringert. Ein weiteres Projekt (I-MAESTRO) erfasst europaweit vergangene Störungsereignisse durch Dürre, Stürme oder Forstschädlinge in einer Datenbank, simuliert künftige Störungen und Umweltveränderungen und entwickelt daraus Szenarien zur Waldbewirtschaftung in Erwartung zunehmender Risiken.

Eine gründliche Politikanalyse im Forstsektor auf nationaler und EU-Ebene ist Bestandteil des Vorhabens MULTIFOREST, das bei der Waldnutzung wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen des Klimawandels dauerhaft unter einen Hut bringen will. Ziel ist ein Management für Multifunktionalität in europäischen Wäldern unter dem Blickwinkel der Bioökonomie.

Der Beitrag von Kleinprivatwaldbesitzern – sie bewirtschaften 60 Prozent der Waldfläche Europas – zur biobasierten Ökonomie wird in dem Vorhaben ValoFor erfasst, das die Steigerung und zugleich die Grenzen der Bewirtschaftung von Kleinprivatwäldern auslotet.

Sechs weitere Forschungsvorhaben zielen auf das Bauen mit Holz ab. Beispielsweise geht es um die Entwicklung neuer Materialverbindungen mit Laubhölzern, die für tragende Zwecke eingesetzt werden (hardwood_joint), oder um die Verbesserung des Brandschutzes für Konstruktionen mit Ingenieurholzbauprodukten und -systemen (FireNWood).

Innovative Lösungen für das zukünftige Bauen mit Brettsperrholz ergründet das Projekt InnoCrossLam. Hier werden Methoden zur Vorhersagbarkeit des Verhaltens von Brettsperrholz in lasttragender Funktion entwickelt und dessen Einsatzspektrum erweitert – etwa als Bestandteil von Heiz- und Kühlsystemen eines Gebäudes. Recyclinggerechte Konzepte für das Bauen mit Holz und recyclinggerechte Holzbauprodukte aus Altholz sind Ziel des Projektes InFutUReWood, mit dem die Nutzung von Altholz effizienter werden soll.

Nach dem ForestValue-Förderaufruf im Herbst 2017 wurden 114 Projektideen eingereicht. Aus 49 anschließenden Projektskizzen wurden ein Jahr später 17 transnationale Vorhaben zur Förderung ausgewählt, die im Frühjahr 2019 starteten. An 15 Forschungsprojekten sind Partner aus Schweden beteiligt, zwölfmal wirken deutsche, elfmal finnische, neunmal österreichische und achtmal norwegische Partner mit. Neben Frankreich und Großbritannien sind zudem Forschungseinrichtungen aus Polen, Estland, der Schweiz oder sogar Argentinien vertreten.

Hintergrund:
Das Fördernetzwerk ERA-Net Co-fund ForestValue startete im Oktober 2017 unter finnischer Koordination für eine Laufzeit von fünf Jahren. Für die Förderinitiative schlossen sich 29 Forschungsförderorganisationen aus 19 Ländern zusammen.

Für die 17 länderübergreifenden Forschungsprojekte reichen 19 Förderorganisationen aus 13 Ländern insgesamt 17,7 Millionen Euro nationale Mittel aus. Die EU unterstützt die Vorhaben mit 3,8 Millionen Euro.

Anliegen der ERA-Net (European Research Area) genannten Fördernetzwerke ist die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Forschungsförderung.
ForestValue setzt die Arbeit dreier europäischer Netzwerke zur forstlichen Forschungsförderung fort (WoodWisdom-Net, 2004 gestartet und 2017 als ERA-Net-Plus beendet, SUMFOREST, 2014-2017 und FORESTERRA, 2012-2015).

In der Förderinitiative ForestValue war die FNR für die Planung des transnationalen Aufrufs 2017 zuständig und wichtiger Partner im Call Office. Bis zum Ende der Laufzeit ist die FNR u.a. Herausgeber des halbjährlichen ForestValue Newsletters, organisiert Veranstaltungen und erarbeitet Auswertungen.

Die FNR ist seit 25 Jahren als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt zudem Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung. Das KIWUH ist eine Abteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Nähere Informationen zu den 12 ForestValue-Projekten mit deutscher Beteiligung: https://www.fnr.de/index.php?id=11148#projekttabelle_wrapper
(Suchbegriff ForestValue eingeben).

www.forestvalue.org

Pressekontakt:
Kompetenz und Informationszentrum Wald und Holz
bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Martina Plothe
Tel.: +49 3843 6930-311
Mail: m.plothe(bei)kiwuh.fnr.de

Die Förderinitiative ERA-Net Co-fund ForestValue stellt 21,5 Millionen Euro für länderübergreifende Forschungsprojekte der Forst- und Holzwirtschaft zur Verfügung. Bis 2022 werden 17 Vorhaben gefördert

PM KIWUH 2019-15

 

Recyclinggerechtes Bauen: Für die Fassade des Neubaus der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe wurden Eichenbohlen aus Abrisshäusern verarbeitet. Die europäische Förderinitiative ForestValue unterstützt 17 länderübergreifende Forschungsprojekte zur nachhaltigen Wald- und Holzwirtschaft, darunter eines, das neue Verwendungsmöglichkeiten für Altholz entwickelt und erprobt.
Foto: FNR/Michael Nast
Recyclinggerechtes Bauen: Für die Fassade des Neubaus der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe wurden Eichenbohlen aus Abrisshäusern verarbeitet. Die europäische Förderinitiative ForestValue unterstützt 17 länderübergreifende Forschungsprojekte zur nachhaltigen Wald- und Holzwirtschaft, darunter eines, das neue Verwendungsmöglichkeiten für Altholz entwickelt und erprobt. Foto: FNR/Michael Nast
Sechs der über ForestValue geförderten Forschungsvorhaben mit deutscher Beteiligung zielen auf das Bauen mit Holz ab. Beispielsweise entwickelt der Projektverbund hardwood_joint neue Materialverbindungen mit Laubhölzern, die für tragende Zwecke eingesetzt werden sollen. Foto: FNR/Michael Nast
Sechs der über ForestValue geförderten Forschungsvorhaben mit deutscher Beteiligung zielen auf das Bauen mit Holz ab. Beispielsweise entwickelt der Projektverbund hardwood_joint neue Materialverbindungen mit Laubhölzern, die für tragende Zwecke eingesetzt werden sollen. Foto: FNR/Michael Nast
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